Auslandspraktikum auf Mallorca – Jascha und Artem

Als wir am Dienstag im Kindergarten eintreffen, lernen wir als erstes das Team, bestehend aus zwei Erziehern, Frau Schwindt und Frau Heisig, sowie eine Praktikantin, Frau Timm kennen. Wir werden mit den Kindern und einigen Eltern bekannt gemacht. Wir erfahren den Tagesablauf, der folgendermaßen aussieht:

 8:30 – 9:00 Ankunft der Kinder und Frühstück
 9:00 – 10:00 Morgenkreis
10:00 – 10:30 in zwei Gruppen aufgeteilte Vorschularbeit
10:30 – 11:30 freies Spiel draußen
11:30 – 12:30 Mittagsessen
12:30 – 13:30 Siesta
13:30 – 14:00 Snack
14:00 – 16:00 abwechselnde, themenbezogene Angebote


Besonders angenehm finden wir den Morgenkreis. Die Kinder singen verschiedene Lieder und beteiligen sich rege an verschiedenen musikbegleiteten Spielen. Auch die Vorschularbeit ist interessant, dabei werden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt: Die jüngeren Kinder führen einfachere Aufgaben aus und zeichnen zum Beispiel Punkte nach oder verbinden diese. Die Kinder, die zwischen fünf und sechs Jahren alt sind, führen anspruchsvollere Aufgaben aus. Sie suchen Buchstaben in Texten, markieren diese und lernen, wie sie die Buchstaben schreiben können. Das freie Spiel draußen gibt den Kindern die Möglichkeit sich auszutoben und für eine gewisse Zeit das zu tun, worauf sie Lust haben, ohne von einer Struktur geleitet zu werden. Dies und die mit dem freien Spiel verbundene Aktivität schafft einen angenehmen Ausgleich für den sonst strikt durchstrukturierten Alltag der Kinder.

 Die Struktur des Alltags und die damit verbundenen Rituale geben den Kindern halt und leiten sie durch den Alltag.

In der Kita vom Eurocampus Deutsche Schule, haben wir mit den Kindern viele verschiedene Projekte in Angriff genommen wo sie sich sehr drüber gefreut haben. Die Projekte bestanden hauptsächlich aus Bastelangeboten, die alle Kinder egal welchen Alters auch umsetzten können.

Das erste Angebot bestand darin, eine Raupe auf einem Blatt aus Tonkarton und Seidenpapier zu basteln, was den Kindern auch sehr viel Spaß gebracht hat. Das zweite Projekt bestand darin, eine Wald Landschaft mit Eulen zu Basteln. Die großen Teile der Landschaft wurden von uns Erwachsenen vorgefertigt, und die Kinder haben die Eulen gebastelt. Als drittes Projekt haben wir uns ausgedacht mit den Kindern Traumhäuser zu basteln. Wir haben viele verschiedenfarbige Formen für die Kinder vorbereitet, aus denen die Kinder ein Haus basteln konnten. Diese Projekte waren für die Kinder sehr gut umzusetzen, da wir alle Materialen so vorbereite haben das die Kinder nur noch die Formen ausschneiden mussten und sie nach Anweisung (bei den ersten beiden Projekten) und nach ihrer eigenen Vorstellung schneiden konnten.

Die Bastelangebote haben die Kinder auch aus dem strikten Alltag rausgeholt und ihnen eine wenig Abwechslung gegeben. Da der Alltag so strukturiert ist, war es schwer Zeit für die Basteleien zu finden, was aber zum Glück doch gepasst hat, da wir genug Leute hatten, die uns auch unterstützt haben.

Im Folgenden ist die Planung einer von uns durchgeführten Aktivität niedergeschrieben.

„Bunte Raupen“

Vorbereitung:

Ich zeichne auf grüner Pappe Baumblätter auf. Diese schneide ich anschließend als Pappkärtchen aus, sodass die Kinder die Blätter später der Form nach ausschneiden können. Außerdem bereite ich verschiedenfarbige, zwei Finger breite und zehn bis zwanzig Zentimeter lange Krepppapierstreifen vor. Auf dem Arbeitsplatz lege ich mehrere Klebestifte, Scheren und Buntstifte bereit.

Beschreibung der Aktivität

Jedes Kind bekommt eine Schere und darf zunächst das grüne Blatt ausschneiden. Sobald die Blätter ausgeschnitten sind, nehmen die Kinder einen beliebigen Buntstift und zeichnen die Blattadern darauf. Sobald das getan ist, nehmen die Kinder fünf verschiedenfarbige Krepppapierstreifen. Diese sollen die einzelnen „Glieder“ der Raupe darstellen. Die Kinder rollen und kleben die Streifen zu je einem Ring zusammen. Anschließend kleben sie die fünf Ringe hintereinander aufgereiht entlang der Oberfläche des grünen Blattes auf. Die Kinder dürfen sich aussuchen, auf welcher Seite der Kopf der Raupe sein soll. Schließlich schneiden sie aus einem Krepppapierstreifen, der der Farbe des Kopfes ihrer Raupe entspricht, zwei kurze, dünne Streifen aus. Diese kleben die Kinder nebeneinander auf den Kopf der Raupe. Danach können die Kinder mit einem Buntstift Augen und einen Mund auf den Kopfteil der Raupe malen.

Abschlussteil

Wir sind beide sehr zufrieden mit dem Kindergarten, in dem wir das Privileg hatten die Arbeit der dort tätigen Pädagogen kennenlernen und begleiten zu dürfen. Das bemerkenswerteste ist, dass wir uns vom ersten Moment in der Einrichtung wohlgefühlt haben. Wir wurden vom ersten Tag herzlich ins Team integriert, in den Tagesablauf herangeführt und in die Arbeit eingebunden. In der pädagogischen Arbeit mit den Kindern haben wir uns kreativ und ohne jegliche Einschränkung ausprobieren dürfen. Die Mitarbeiterinnen waren sowohl im Umgang mit uns als auch mit den Kindern auf dem höchsten Niveau authentisch. Sie waren für Anregungen offen, stellten uns ausreichend Zeit zur Planung der durchgeführten Aktivitäten zur Verfügung und standen uns bei auftretenden Fragen stets als Ansprechpartner zur Verfügung. Die von uns gestellten Fragen wurden stets fachlich, mit Hingabe und Verständnis beantwortet. Ebenfalls konnte man sich bei Fragen ohne weiteres an Frau Fritsch, die Leitung der Einrichtung, wenden.

Diese Erfahrungen, die wir auf Mallorca und insbesondere in der Einrichtung gemacht haben, möchte wir nicht missen. Wir können jedem, der mit dem Gedanken spielt, diesen Schritt zu machen und ein Auslandspraktikum zu absolvieren, ans Herz legen, dieses Angebot der Erasmus+ zu nutzen und viele interessante, aufregende, spannende und persönlichkeitsstärkende Erfahrungen zu sammeln.

Zurück