Wir können auch Basilikum … und Basilikum kann mehr als Caprese!

Am 14.8. und am 10.9.2019 säten wir vier verschiedene Sorten Basilikum von zwei unterschiedlichen Saatgutanbietern aus. Von Bingenheimer Saatgut: „Strauchbasilikum“ und „mittelgroßblättrig“ und von Enza Zaden: „Marian“ und „Edwina“. Eine Herausforderung für uns war es, dass die Basilikumkultur parallel zur Weihnachtsternkultur stattfinden sollte.

Wir wussten: Basilikum liebt Wärme, Stickstoff und Licht!

Die durch die Weihnachtssterne vorgegebene Temperatur im Warmhaus passte. Lediglich während der Keimung wurde die Temperaturstrategie „Cool Morning“ ausgesetzt. Auch den hohen Bedarf an Stickstoff würden wir durch die Bevorratung im Substrat und eigene Düngungsintervalle decken können, da waren wir uns sicher. Wir befürchteten allerdings Schwierigkeiten in der Lichtversorgung. Wir waren unsicher, ob das geringer werdende natürliche Licht entsprechend der Jahreszeit (August – November) ausreichen würde. Eine Unterstützung durch künstliches Licht hätte die Kultur der benachbarten Weihnachtssterne gestört.

Wir starteten also einen Test mit insgesamt 120 Töpfen Basilikum. Nach drei Tagen waren erste Keim-Erfolge zu sehen! Es klappte!! Die Keimung verlief sogar relativ gleichmäßig! Ein unterschiedliches Auflaufen durch verschiedene Techniken in der Vorratsdüngung war kaum festzustellen.

Unsere Aufgaben von August bis November 2019 waren: Aussaat, Substratmengenberechnungen, Düngeberechnungen, Gießarbeiten während der Keimungsphase, Düngung (Vorratsdüngung, Tauchverfahren und Punktdüngung), Kulturhygiene (nichts anderes als das Ausputzen und Aussortieren von schadhaften Pflanzen…), das regelmäßige Kontrollieren auf Schaderreger und die Entnahme von Substrat- und Pflanzenproben für eine professionelle Analyse. Das Vorgehen bei solchen Analysen kannten wir schon aus dem Bodenkunde- und dem Pflanzenschutz-Unterricht. Unterstützt wurden wir bei einigen Tätigkeiten von der GW18/19 und der Gä19a.
Außerdem haben wir Basilikum-Rezepte gestaltet und ausprobiert und recherchiert, dass Basilikum neben der Verwendung als Gewürzkraut noch viel mehr kann: Basilikum ist entzündungshemmend und entkrampfend!

Mit Pflanzenkrankheiten wie z.B. mit häufig auftretenden Mehltau-Pilzen hatte unsere Basilikum-Kultur keine Probleme. Allein der Pflanzenschädling Zwergzikade hinterließ einen geringen Blattschaden.

So weit, so gut. Aber schmeckt unser Basilikum überhaupt?

Die Mensa im Westring bekam daraufhin im Oktober 35 fertige Töpfe von uns geliefert. Mit der Bitte, die Verarbeitbarkeit und den Geschmack zu testen und zu bewerten. Vielen Dank an die Uli Rieger, die beteiligten Fachlehrer und -lehrerinnen und die Schülerinnen und Schüler.

Die Sorte „Edwina“ schnitt bei dem Mensa-Test insgesamt am besten ab: `Edwina“ ist gut zu verarbeiten und besitzt einen intensiven (z.T. als zu intensiv empfundenen) Basilikumgeschmack. Andere Sorten waren - unter unseren Kulturbedingungen - entweder geschmacklich enttäuschend („seifig“ oder „geschmacklos“ - trotz eines tollen Basilikum-Duftes) oder sie waren schlecht zu verarbeiten. Interessant war für uns, dass hinsichtlich der Verwendung Unterschiede gemacht wurden. Es gab z.B. Sorten, die entweder besser für kalte oder warme Speisen geeignet waren. Auch die Dekoration von Speisen war in der Auswertung ein Thema. Über diese Aspekte hatten wir vorher als „Produzenten“ noch nie nachgedacht. Ein Blick über den gärtnerischen Tellerrand sozusagen…

Wir werteten noch die Stabilität der Pflanze und die grundsätzliche Haltbarkeit aus sowie die Rückmeldungen der Steenbeker Lehrer bezüglich des Geschmacks.

Am 23.11. 2019 endete unser Projekt mit der Abgabe von Topfbasilikum, selbsthergestelltem Basilikum-Tee und Basilikum-Sirup gegen eine Spende auf dem Steenbeker Sternenfunkeln.

 

In unserer Abschlussrunde zogen wir folgendes Fazit für einen nächsten Durchgang:

  • Auch in Norddeutschland ist eine Basilikum Kultur im Spätsommer/Herbst ohne künstliches Zusatzlicht im beheizten Gewächshaus möglich.
  • Eine geringere Aussaatdichte als die von den Anbietern empfohlene ist sinnvoll (bringt mehr Stabilität, Licht und Luft und im Topf).
  • Eine aufwendige Punktdüngung ist für eine bessere Keimungsrate bei der Vorratsdüngung nicht notwendig.
  • Wir empfehlen die Sorte „Edwina“.
  • Wir empfehlen im nächsten Jahr einen Versuchsaufbau, bei dem der Einsatz von mineralischem und organischem Dünger verglichen wird.

 

Gä17a/18a und Mareike Rau

 

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