Als Koch drei Wochen auf Erasmus-Mobilität in Vaasa/Finnland
Am 31. August startete die dreiwöchige Erasmus-Mobilität nach Finnland. Von Hamburg bis nach Vaasa mit einem kurzen Zwischenstopp in Helsinki ging die Flugreise. Danach war es eine kurze Taxifahrt zur Unterkunft. In den ersten Tagen sind alle erstmal angekommen, haben ihre Sachen verstaut und erste Erkundungen getätigt, wie z.B. eine Fahrradtour durch die Natur Vaasas. Die Schüler/innen der lokal ansässigen Partnerschule haben uns dort eine kleine Präsentation über Finnland und Vaasa gegeben: Informationen und Geschichten über die Stadt, lokale Sehenswürdigkeiten sowie andere Dinge wie den finnischen Lebensstil. Auch gab es Lunch in der zugehörigen Mensa und abschließend eine kleine Stadtführung mit nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch Standorten nützlicher Sachen wie der Apotheke.
Nun, in der Mitte der Woche ging es richtig los mit der Mobilität. Wir haben uns in den verschiedenen Betrieben vorgestellt und fingen dort an, in unseren jeweiligen Berufen zu arbeiten. Ich durfte die drei Wochen im ‚FRÖJ‘ arbeiten, einem kleineren Restaurant inmitten der Stadt, welches sich auf Menüs spezialisiert hat. Sie bieten ein kurzes Menü und ein langes Menü an (Short und Long FRÖJ – vier und sechs Gänge) und es gibt auch einen À-la-carte-Service. Der Fokus liegt jedoch nicht darauf. Jeden Freitag wird auch ein Mittagsmenü angeboten, welches wöchentlich wechselt.
Ich habe mich dafür entschieden, die erste Hälfte meiner Zeit dort in der Vorbereitungsschicht zu arbeiten, um die verschiedenen Sachen auf der Karte kennenzulernen und zu merken, wo alles zu finden ist. Morgens waren wir zu zweit oder zu dritt. Wir bekamen von der Spätschicht eine nach dem vorherigen Service geschriebene Vorbereitungsliste. Sie enthält alles, was erledigt werden musste. So fingen wir an, die ganze Liste abzuarbeiten. Wenn ich ein Rezept brauchte, konnte ich es mir aus deren digitalem Rezeptbuch abfotografieren und es genau wie gewollt zubereiten. Schon während dieser Zeit schauten immer wieder Leute durch die große Glasfront, die das Restaurant umgibt. Wir waren in einer offenen Küche, wo man alles sehen konnte. Ich habe noch nie so gearbeitet und ich war schon ganz gespannt, wie es dann später abends sein würde.
Nach der halben Zeit habe ich in der Spätschicht mitgeholfen. Dort war vieles anders, als ich es gewohnt war; die Auswahl der Speisen war eher gering, doch hier wird auf hohe Qualität gesetzt. Es wurde alles ruhig mit hoher Präzision mithilfe von Pinzetten angerichtet. Auch die Unterhaltungen untereinander waren gelassen und auch nicht laut. Die Hinweistöne der Öfen waren auch heruntergestellt von der Lautstärke, sodass der Gast am Tisch nur leichte Hintergrundgeräusche aus der Küche wahrnahm. An einigen Tagen war viel los, da selbst wenn weniger Gäste da waren, diese trotzdem ein größeres Menü bekamen. Hier war es eine Selbstverständlichkeit, dass auch das Personal aus der Küche den Gästen das Essen servierte, damit die Gäste ein gutes und reibungsloses Erlebnis hatten.
Ich habe in diesen Wochen vieles von einer anderen Seite gesehen. Restaurant ist nicht gleich Restaurant; jedes legt Wert auf andere Dinge, was man auch bei der täglichen Arbeit und im Umgang miteinander merkt. Die Mobilität ist dafür sehr gut, um verschiedene Arbeitswelten kennenzulernen. So findet man für sich, was zu einem am besten passt. Dazu ist Vaasa zwar eine eher kleine Stadt, aber es lässt sich eigentlich alles finden und die Stadt ist umhüllt von wunderbarer Natur, in der man an seinen freien Tagen etwas entspannen kann. Es ist jedem zu empfehlen, bei einer Mobilität teilzunehmen, wenn man die Möglichkeit dafür besitzt.
Jonas Huth, Kö 24c